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Interview mit
Oswald Sattler
Ein Licht im Herzen entzünden
„Die Liebe ist die einzige Sprache, die alle Menschen verstehen“,
so Oswald Sattler in seinem dreistündigen Programm in der Regensburger
Kirche Herz Marien. Die etwa 600 Besucher erlebten ein ergreifendes Konzert,
das als „außergewöhnliches sakrales Kirchenkonzert“
angekündigt war. Und das war nicht übertrieben: Für drei
Stunden erfüllten Bergromantik, Adventsstimmung und Andächtigkeit
den sachlichen Kirchenraum in der Rilkestraße. Ein Orchester, der
Kastelruther Männerviergesang und der bekannte und beliebte Südtiroler
Oswald Sattler gestalteten einen abwechslungsreichen und stimmigen Abend
mit Werken von Grieg, Mozart und Dvorak, typischen Sattler-Stücken
wie "Gloria in Excelsis deo" oder "Ich atme die Seele"
aus, mit Volksweisen wie "La Montanara" oder "Ihr Hirten
im Freien" und mit Weihnachtsliedern wie "Heilige Nacht"
oder "Süßer die Glocken nie klingen".
„So möchte ich mit meinen bescheidenen Worten ein kleines Licht
in Euren Herzen anzünden.“ Oswald Sattlers Absicht hatte sich
nach Es ist ein Ros' entsprungen und Leise rieselt der Schnee voll und
ganz erfüllt. Das Publikum war begeistert, ja beseelt und man konnte
die Dankbarkeit förmlich spüren, die durch den lang anhaltenden
Applaus drang. Vielleicht gibt es einfach kein besseres Bild für
eine friedliche Weihnachtsstimmung als das der verschneiten Berge: Ruhe,
Abgeschiedenheit, Klarheit und Einfachheit. Kurz gesagt: Frieden. Und
das ist es wohl auch, was den Menschen am meisten fehlt - und so konnte
keine Liedzeile besser geeignet sein, den Abend zusammen zu fassen, als
„Sorge des Lebens verhallt.“
Den Auftakt machte das Orchester mit der Griegschen Morgenstimmung, Mozarts
Alla Turca und der Dvorak-Humoresken. Der Kastelruther Männerviergesang
führte mit zwei Bass- und zwei Tenorstimmen traditionelle Weisen
auf, bevor nach einem kurzen Csardas-Intermezzo Oswald Sattler, unterstützt
von Chor und Orchester, das Mikrofon ergriff. Mit sparsamen Gesten und
innerem Pathos konnte er das Publikum sogleich gewinnen. Zwischen den
Titeln gab er tiefgründige Anmoderationen wie etwa: „Gott suchen
ist das Leben, Gott finden ist der Tod und Gott besitzen ist die Ewigkeit.“
Seinem Ave Maria wurde nachhaltig applaudiert und in Es ist ein Ros' entsprungen
stellten der Viergesang und der Volksmusiker aus Kastelruth einmal mehr
unter Beweis, dass die Stimme eben doch das ergreifendste aller Instrumente
ist.
Pfarrer Heinrich Börner
Sakrale Musik ist seit einigen Jahren sehr beliebt. Man schämt sich
nicht mehr ein Christ zu sein, singt wieder kirchliche Lieder. Der Papst-Besuch
hat viel dazu beigetragen. Das hier ist eine schöne Einstimmung in
den Advent, und mit Stille Nacht wird die Vorfreude noch erhöht.
Oswald Sattler ist bei vielen durch seine Fernsehauftritte und CDs bekannt.
Mit diesem Konzert können wir etwas für unsere Gemeinde und
unsere Kirche tun, denn die Besucher kommen aus ganz Regensburg und darüber
hinaus aus dem Landkreis. Die Programmmischung finde ich sehr gelungen
und auch ein Lied wie La Montanara passt in ein sakrales Konzert, denn
da gibt es eine besondere Beziehung: Berge, Bergkapellen und Bergwallfahrten.
Luis Trenker sagte es so: „Auf den Bergen ist man Gott näher“.
Hannelore und Karl Liebl, Leiter vom Amigo-Fanclub
Ich kenn ja das: Kein anderes Konzert wird mein Herz mehr beflügeln
als so eines aus dieser Richtung. Die ganze Art, die Lieder, der Chor,
die Live-Musik: Das berührt mich bis in die letzten Fasern des Herzens.
Das ist ja einmalig! Das Licht im Herzen hat Oswald Sattler angezündet,
und wir tragen es hinaus zu den anderen Menschen. Mein Mann hat am Montag
Geburtstag und ein schöneres Geschenk könnten wir uns gar nicht
vorstellen. Die Lieder des Kastelruther Männerchores gibt es ja nicht
auf CD, da muss man einfach ins Konzert gehen. Und dann das Orchester:
Violinen allein schon, da geht mir das Herz auf. Vom ersten bis zum letzten
Ton ist das ein Genuss, das kann man mit anderen Konzerten gar nicht vergleichen.
Frau Zierer mit Nichte aus Walderbach
Ich bin ein Fan vom Oswald Sattler und hab meine Nichte dazu überredet
mitzugehen. Ich liebe diese Stimmung, die Advents- und Weihnachtslieder.
Bei uns in Walderbach gibt es auch viele schöne Konzerte, aber das
heute Abend ist schon was Besonderes. Gut gefällt mir auch der Chorgesang.
Oswald Sattler schafft mit seinem Programm die Gratwanderung zwischen
sakraler Musik und dem volkstümlichen Schlager. Ich find es toll,
dass hier mit der Musik zum Innehalten und zum Nachdenken angeregt wird.
Das ist ja heute fast nicht mehr üblich: Jeder rennt nur noch und
nimmt sich für nichts mehr Zeit. Meine Nichte ist ganz offen, die
hört sich auch Pink an, auch Hardrock – AC/DC – aber
ihr Faible ist die Country-Musik. Doch sie genießt es, in so einem
Konzert mal drei Stunden völlig abschalten zu können.
Fans aus Alteglofsheim
Wir sind extra aus Alteglofsheim gekommen und es war schwierig die Kirche
hier zu finden, bei der Menge, die es in Regensburg gibt. Wir waren letztes
Jahr schon auf einem Konzert von Oswald Sattler in Thalmassing. Auch im
Passauer Dom haben wir letztes Jahr dieses Konzert gesehen. Es ist einmalig
– bloß noch schön! Wir finden, dass die volkstümlichen
Sachen und die sakrale Musik von Oswald Sattler sehr gut zusammenpassen.
Wir hören ja sonst auch volkstümliche Musik. Und in diesem Konzert,
der Chor, das Orchester und der Gesang von Oswald Sattler, das ist wunderbar
– gerade jetzt in der Adventszeit.
Frau Bergmann
Ja, ganz gut! Ich habe die Kirche mit organisiert. Die Frau Mauch und
der Herr Weierer haben das organisiert und waren auf der Suche nach einer
Kirche, wo die Veranstaltung stattfinden kann. Ich habe zu dieser Gemeinde,
obwohl ich aus Alteglofsheim bin, gute Beziehungen und Pfarrer Börner
hat dann die Kirche zur Verfügung gestellt. Es ist nicht so leicht
den richtigen Rahmen für so eine Veranstaltung zu finden. Letztes
Jahr war das ja in Thalmassing, allerdings waren die Räume da ein
bisschen klein. Ja und dann geht man natürlich selbst mit hin: Wir
sind jetzt mit zwanzig Leuten da.
Interview mit Oswald Sattler
Du warst Gründungsmitglied und immerhin 15 Jahre lang bei den Kastelruther
Spatzen, wie kam es zu deinem Ausstieg?
Durch die Familie und die Kinder hatte sich vieles verändert –
ich habe mich verändert. Ich wollte dieses Show-Leben nicht mehr
führen und hab dann drei Jahre lang gar keine Musik mehr gemacht.
Wie bereitest du dich auf solch einen Konzertabend wie heute vor?
Ich mache mir keinen Stress: Ich weiß, dass ich nicht perfekt bin,
will aber mein Bestes geben und das Publikum im Herzen berühren.
Stücke wie „Ich atme die Seele aus“ bewegen die Menschen,
auf den Interpreten kommt es dabei nicht so sehr an.
Zu Hause in Kastelruth führst du das Leben eines Landwirtes. Liegt
das in der Familie?
Mein Vater hat den Hof 1970 gekauft und ich habe ihn mittlerweile übernommen
und bewirtschafte ihn auch. Im Sommer bin ich fast drei Monate auf dem
Hof und ansonsten lege ich die Konzert-Termine blockweise, wenn es im
September mit den Kirchenkonzerten wieder losgeht. Musik und Hofbewirtschaftung
lassen sich gut vereinbaren. Das muss auch so sein, weil die kleinen Höfe
bei uns als Alleinerwerb gar nicht mehr funktionieren. Wir betreiben eher
Landschaftspflege als eine Erwerbswirtschaft.
Wie sieht deine Zukunftsplanung aus?
Über die Zukunft mache ich mir wenig Gedanken, ich versuche stets
in der Gegenwart zu leben. 2009 wird es eine neue sakrale CD geben und
die Konzerttermine stehen fest. Große Träume oder Pläne
für die weitere Karriere habe ich aber nicht. Ich bin da nicht so
stark fixiert – ehrlich gesagt, ich könnte auch ohne Musik
glücklich leben.
9.12.08 - michael kroll
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